Heimtiere

Neben Hunden und Katzen werden natürlich auch Heimtiere wie Kaninchen und Meerschweinchen in unserer Praxis versorgt. Hamster, Mäuse, Ratten und Co. werden selbstverständlich auch fachmännisch behandelt. Bis auf Kaninchen, benötigen diese Heimtiere keine Impfungen.

patienten-heimtiere

Wichtige Impfungen für Ihr Kaninchen

Myxomatose

Die auch als „Kaninchenpest“ bekannte Myxomatose wird vor allem durch stechende Insekten, kontaminiertes Futter und Kontakt zu anderen infizierten Tieren übertragen. Bei dieser meist tödlich verlaufenden Virus-Infektion unterscheidet man zwischen der knotigen sowie der ödematösen Form, wohingegen letztere am häufigsten auftritt. Sichtbare Symptome sind vor allem Schwellungen im Gesichtsbereich, sodass es zu einer Verengung im Rachenbereich kommt. Dies führt zu Schluckstörungen und betroffene Tiere können kein Futter mehr aufnehmen. Durch Kräftemangel und Erschöpfung verenden sie dann häufig qualvoll. Eine Impfung gegen Myxomatose sollte bei jedem Kaninchen durchgeführt werden, auch wenn dieses nur in der Wohnung lebt. Eine erste Impfung ist ab der 4. bis 6. Lebenswoche möglich und sollte jedes Jahr, idealerweise im Frühling aufgefrischt werden.

RHD

Bei der Rabbit Haemorrhagic Disease, kurz RHD oder auch „Chinaseuche“, handelt es sich um eine hochgradig ansteckende Virus-Erkrankung, die in den allermeisten Fällen tödlich verläuft. Der widerstandsfähige Erreger Calicivirus, kann durch kontaminiertes Futter oder kontaminierte Gegenstände, andere erkrankte Kaninchen sowie durch Fliegen übertragen werden. Das charakteristische Merkmal für diese Erkrankung ist eine hochgradige Störung der Blutgerinnung, die zu punktförmigen Blutungen im Gewebe führt. Vor allem betroffen sind die Atemwege und Verdauungsorgane. Eine Erstimpfung ist wie bei der Myxomatose bereits ab der 4. bis 6. Lebenswoche sinnvoll. Erkranken die Tiere jedoch erst einmal, können nur die Symptome behandelt werden. Meist verenden die Kaninchen innerhalb weniger Stunden.


Da wir nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandeln, steht in unserer Praxis ein Kombinationswirkstoff zur Verfügung, welcher sowohl einen Schutz vor Myxomatose als auch RHD1 enthält. Somit kann jährlich mit nur einer Impfung gegen beide Erreger vorgegangen werden. Dies erspart vor allem Ihrem Kaninchen unnötigen Stress.

Gegen den in unserer Region zunehmend auftretenden RHD2 Stamm gibt es mittlerweile auch einen Impfstoff. Um die Kosten hierfür für Sie geringer zu halten, arbeiten wir hier mit benachbarten Kollegen zusammen – sprechen Sie uns gerne an.

Artgerechte Haltung für Kaninchen und Meerschweinchen

Wie bei den Meerschweinchen, ist es auch bei Kaninchen wichtig, dass diese niemals allein gehalten werden. Kaninchen leben in der freien Wildbahn in großen Kolonien mit getrennter Rangordnung zwischen den einzelnen Geschlechtern. Eine Paarhaltung ist möglich, jedoch empfiehlt sich die Haltung in Gruppen, da Kaninchen und Meerschweinchen ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen.

Die leider immer noch weit verbreitete gemeinsame Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen sollte nicht erfolgen.

Wie sieht eine optimale Ernährung von Kaninchen und Meerschweinchen aus?

Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen stammen aus kargen Regionen der Erde. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern, welche ihnen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Im Laufe der Zeit haben Kaninchen und Meerschweinchen einen hoch spezialisierten aber auch extrem empfindlichen Verdauungstrakt entwickelt, damit aus dieser kargen und energiearmen Kost möglichst viele Nährstoffe gewonnen werden können.

Kaninchen mit Apfel
Durch eine Vielzahl Bakterien, werden so die cellulosehaltigen Nahrungsbestandteile zersetzt, damit die Tiere eine optimale Energieversorgung erfahren. Bedingt durch einen muskelarmen Magen, kann ein Nahrungstransport nur durch Nachschub geschehen. Damit dies gewährleistet werden kann, nehmen sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen viele kleine Nahrungen über den Tag verteilt auf. Bei Tieren, die nicht fressen können, bleibt der Nahrungsbrei zu lang im Magen. Dadurch beginnt dieser bereits im Körper zu gären, was den Tieren schadet. Im schlimmsten Fall kommt die gesamte Verdauung zum erliegen, sodass nicht fressende Heimtiere immer einen Notfall darstellen.

Damit die Tiere optimal ernährt werden, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Qulitativ hochwertiges Heu sollte Kaninchen und Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen. Sie erkennen es an einer grünen Färbung und dem aromatischen Geruch. Zudem staubt es nicht.

Neben Heu, sollte die tägliche Ration vor allem auch strukturiertes Grünfutter oder Gemüse enthalten. Am besten eignen sich dazu Gras, Löwenzahn und frische Wiesenkräuter. Sollten Sie keinen Zugang zu diesen Wildpflanzen haben, kann auch strukturreiches Gemüse sowie Salat verfüttert werden. Grünfutter sollte in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt gefüttert werden. Wichtig dabei ist, dass das Grünfutter nicht nass gegeben werden sollte, da dieses schneller verwelkt und im Magen gären kann!

Auch Kaninchen und Meerschweinchen erfreuen sich an Leckereien. So werden neben Apfel und Möhre gern auch Gurke oder Fenchel genommen. Füttern Sie diese Leckerbissen jedoch mit Zurückhaltung. Dies gilt vor allem für strukturarmes Gemüse und zuckerreiches Obst.

Das im Handel erhältliche und bunt gemischte Fertigfutter enthält neben rohfaserreichen Bestandteilen vor allem fette oder süße Futteranteile. Diese werden von den Tieren meist herausgepickt, da sie ihnen besonders gut schmecken.

Die Zähne von Meerschweinchen und Kaninchen können pro Woche um bis zu 2 mm wachsen. Werden diese nicht gleichmäßig abgenutzt oder zu lang, können die Tiere nicht mehr richtig kauen. Eine Verdauungsstörung ist dann meist die Folge. Um zu lange Zähne oder ungleiche Abnutzung zu verhindern, kann man den Heimtieren neben einer rohfarserreichen Nahrung auch Zweige von Birke, Haselnuss oder Apfelbaum anbieten. Getrocknetes Brot oder speziell erhältliche Nagersteine sind für eine Abnutzung der Zähne jedoch nicht geeignet.

Da der Wasserbedarf nicht ausschließlich über Grünfutter gedeckt werden kann, ist eine zusätzliche Versorgung mit Trinkwasser wichtig. So ist frisches Wasser, neben Heu, essentieller Bestandteil der Ernährung. Es sollte daher immer in ausreichenden Mengen vorhanden sein. Trinkflaschen sind dabei besser geeignet als Näpfe.